Der Kooperationsvertrag
Der Kooperationsvertrag zwischen Tschechien und Polen über das Braunkohlenbergwerk Turów wurde am 3. Februar 2022 unterzeichnet. Sein Ziel ist es, den negativen Auswirkungen des Bergbaus im Grenzgebiet entgegenzuwirken, insbesondere im Hinblick auf den Schutz der Wasserressourcen und der Umwelt. Dieses Abkommen ist das Ergebnis langwieriger Verhandlungen und soll langfristig die Interessen der Bewohner der Region Liberec in Tschechien schützen.


Das Hauptziel des Abkommens war und ist der Schutz der Wasserressourcen und die Verbesserung der Lebensqualität der Bewohner der Grenzgebiete. Polen hat sich verpflichtet, eine Infrastruktur zu bauen, die den Abfluss des Grundwassers aus Tschechien verhindern soll. Darüber hinaus sieht das Abkommen Maßnahmen zur Reduzierung von Lärm, Luft- und Lichtverschmutzung vor, was sich direkt auf die Verbesserung der Lebensbedingungen der lokalen Gemeinschaft auswirkt.


Eine der wichtigsten Maßnahmen im Rahmen des Abkommens ist der Bau einer etwa 17 Millionen PLN teuren, ca. 1100 m langen, etwa 1 m breiten und 65 m bis 117 m tiefen Dichtwand, die den Abfluss des Grundwassers aus dem tschechischen Territorium verhindern soll. Zusätzlich wurde ein Erddamm errichtet, der die Bewohner der umliegenden Dörfer vor Lärm und Luftverschmutzung schützen soll. Diese Maßnahmen zielen auch darauf ab, die Ästhetik der degradierten Landschaft zu verbessern. Im Rahmen des Abkommens werden auch alternative Trinkwasserquellen vorbereitet, was entscheidend für die Wassersicherheit der Region ist.


Das Abkommen sieht die Einrichtung eines Kleinprojektefonds vor, der lokale Umweltinitiativen unterstützt. Dieser Fonds finanziert Projekte wie die Entwicklung von Feuchtgebieten, das Pflanzen von Bäumen oder die Schaffung von Wasserreservoirs, um Wasser in der Natur zu halten. Jede Vertragspartei hat sich verpflichtet, während der gesamten Vertragslaufzeit jährlich 250.000 Euro in den Fonds einzuzahlen. Im Falle Tschechiens wird die Hälfte des jährlichen Beitrags von der Region Liberec und die andere Hälfte vom Umweltministerium getragen. Das Abkommen sieht auch einen finanziellen Beitrag Polens in Höhe von 45 Millionen Euro vor. Aus dieser Summe erhielt die Region Liberec 35 Millionen Euro zur Sicherung alternativer Trinkwasserquellen und das Umweltministerium 10 Millionen Euro zur Überwachung der Auswirkungen des Bergbaus im Turów-Bergwerk.

Überwachung und Messergebnisse
Regelmäßige Messungen des Grundwasserspiegels zeigen einen Anstieg des Wasserspiegels im Bereich der installierten Dichtwand, was ein positives Signal für die Wirksamkeit der ergriffenen Maßnahmen ist. Die Überwachung wird im tschechisch-polnischen Netzwerk von Brunnen durchgeführt, und die Daten werden regelmäßig von Experten analysiert. Von April 2022 bis Dezember 2024 stieg der Grundwasserspiegel in vier Brunnen, die im Abkommen zur Bewertung der unterirdischen Dichtwand genannt werden, um etwa 1,5 bis 6 Meter. In Tschechien sinkt der Grundwasserspiegel in den tieferen Schichten weiterhin, während er in den oberen Schichten, aus denen Wasser im Einzugsgebiet von Uhelná entnommen wird, ansteigt. Die Tschechen können regelmäßig den Lärmpegel und die Luftqualität im Bereich des Turów-Bergwerks überwachen. Die Messergebnisse zeigen, dass die Lärmgrenzen zwar meist eingehalten werden, es jedoch zu Überschreitungen kommt, die ein Eingreifen der polnischen Seite erfordern.


Trotz der positiven Auswirkungen des Abkommens gibt es auch Herausforderungen und strittige Fragen. Eine davon ist der Mangel an vollständiger Transparenz beim Zugang zu Daten über Bohrungen auf polnischem Territorium, die als strategische Daten behandelt werden. Dies führt einerseits zu Kontroversen und erschwert die vollständige Bewertung der Maßnahmen, andererseits sind geologische Bohrdaten in vielen Ländern als sensibel eingestuft.


Drei Jahre nach der Unterzeichnung des Abkommens lassen sich bedeutende Fortschritte beim Umweltschutz und der Verbesserung der Lebensqualität der Bewohner der Region feststellen. Die Zusammenarbeit zwischen Tschechien und Polen im Rahmen des Turów-Tagebau Abkommens ist ein Beispiel dafür, wie internationale Vereinbarungen zur Lösung von Umweltproblemen beitragen können. In Zukunft wird es entscheidend sein, die Maßnahmen weiter zu überwachen und anzupassen, um auf sich ändernde Bedingungen zu reagieren und den Dialog zwischen den Parteien fortzusetzen, um dauerhafte Vorteile für beide Länder zu gewährleisten.

Quellen: 1, 2.