Warschau, 26. März 2025 – Im Herzen der Hauptstadt, im Raum des Kopernikus Wissenschaftszentrums, fand eine der wichtigsten Veranstaltungen zu den Klimaherausforderungen in Polen statt – der Polnische Klimakongress 2025. Unter den zahlreichen Debatten, Präsentationen und Gesprächen über die Zukunft der Energie und den Umweltschutz nahm das Diskussionspanel „Lessons learned – Transformation der Kohleregionen in Polen“ einen besonderen Platz ein, das Experten, Vertreter öffentlicher Institutionen und gesellschaftlicher Organisationen versammelte.

Das Panel S5, das am Mittwochmittag stattfand, wurde durch die Präsentation eines Berichts der Stiftung WiseEuropa eröffnet – „Transformation der Kohleregionen. SWOT-Analyse als Schlüssel zu strategischen Entscheidungen“. Der Autor der Publikation, Dr. Michał Wierzbowski, der gleichzeitig auch als Moderator des Panels fungierte, stellte eine Analyse der aktuellen Situation der Kohleregionen in Polen vor und wies auf deren Potenziale, Barrieren und Risiken hin, die aus einem unkoordinierten Verlauf der Veränderungen resultieren.

An der Debatte, die unmittelbar nach der Präsentation stattfand, nahmen teil:

  • Joanna Tokarczuk, Präsidentin des Verbands zur Förderung der Energieinnovationen,
  • Patryk Białas, Direktor des Zentrums für Innovation und Kompetenz im Euro-Centrum Wissenschafts- und Technologiepark,
  • Łukasz Szeląg von der Polnischen Agentur für Investitionen und Handel,
  • Arkadiusz Węglarz von der Nationalen Agentur für Energieeinsparung,
  • Kamil Wyszkowski, Geschäftsführer des UN Global Compact Network Poland.

Das Gespräch konzentrierte sich auf drei Schlüsselfragen:

  1. Entwickeln sich die Kohleregionen oder treiben sie planlos umher?
  2. Wer sollte den Transformationsprozess leiten und wie sollte die Strategie aussehen?
  3. Wie kann man lokale Gemeinschaften und andere Interessengruppen effektiv in den Veränderungsprozess einbinden?

In ihrer Rede präsentierte Joanna Tokarczuk das Projekt TriLand und wies auf die Situation der Subregion Turów hin, wobei sie betonte, dass sofortige Maßnahmen zur Unterstützung sowohl der lokalen Gemeinschaften als auch der lokalen Wirtschaft erforderlich sind. Ihre Stimme war eine wichtige Erinnerung daran, dass hinter den Transformationsprozessen konkrete Menschen, Orte und Geschichten stehen, die in der nationalen Erzählung nicht übersehen werden dürfen.

Die Experten hoben auch die Notwendigkeit einer starken Führung, kohärenter Handlungsstrategien sowie eines fairen und repräsentativen gesellschaftlichen Dialogs hervor. Ohne diese Elemente, so wurde festgestellt, könnte die Transformation mehr Schaden als Nutzen bringen, Ungleichheiten vertiefen und neue soziale Ausgrenzungen schaffen.

Das Panel endete mit dem Versuch, die wichtigsten „lessons learned“ aus dem bisherigen Transformationsprozess aufzuzeigen. Zu den wichtigsten Bedürfnissen zählten:

  • die Notwendigkeit realistischer und operativer Strategien,
  • eine starke polnische Stimme in Bezug auf die Zukunft des Fonds für einen gerechten Übergang.

Die Debatte im Rahmen des Polnischen Klimakongresses zeigte, dass, obwohl der Prozess der energetischen Transformation in Polen im Gange ist, seine Wirksamkeit von der Fähigkeit zur Zusammenarbeit aller Akteure abhängt: von den Zentralbehörden über die lokalen Verwaltungen bis hin zu gesellschaftlichen Organisationen und der Wirtschaft. Nur gemeinsame, auf Dialog und Strategie basierende Maßnahmen haben die Chance, die Kohleregionen in starke, grüne Wirtschaften der Zukunft zu verwandeln.

Autor: Joanna Tokarczuk