Der Artikel von Bartłomiej Sawicki „Die Braunkohle zieht sich in Polen zurück. Wie geht es weiter?” beschreibt die schnelle Schrumpfung des Braunkohlesektors in Polen. Obwohl dieser Brennstoff noch im Jahr 2025 etwa ein Fünftel der inländischen Stromproduktion lieferte, planen die Bergbauunternehmen keine Erweiterung der Tagebaue mehr und bereiten sich auf deren Schließung vor. Die Transformation nimmt an Tempo zu, und damit wachsen die finanziellen, ökologischen und sozialen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Rekultivierung der Gebiete sowie der beruflichen Neuorientierung der Beschäftigten.

Der größte Lieferant von Energie aus Braunkohle bleibt die PGE dank der Tagebaue in Bełchatów und Turów. Die aktuellen Pläne sehen den Betrieb von Bełchatów bis 2036 und von Turów bis 2044 vor, wobei hinsichtlich des späteren Datums Zweifel bestehen. Bełchatów ist besonders kritisch: Dreizehn Blöcke mit einer Gesamtleistung von rund 5298 MW (Nettoleistung 5472 MW) stellen fast 20 Prozent der in der polnischen Energiewirtschaft installierten Leistung. Die entstehende Lücke soll durch die Kernenergie geschlossen werden, deren erster Block für 2036 geplant ist. Mögliche Verzögerungen im Atomprogramm könnten die Laufzeit der Kohleeinheiten verlängern. Für die Zeit nach der Ausbeutung werden Szenarien erwogen, darunter der Bau eines Kernkraftwerks und die Flutung der ehemaligen Tagebaugebiete.

PGE Górnictwo i Energetyka Konwencjonalna betont, dass sie weder in der KWB Bełchatów noch in der KWB Turów die Abbauflächen ausweiten will und dass die förderbaren Ressourcen bereits konzessioniert sind. Das Unternehmen weist darauf hin, dass die Rekultivierungskosten von vielen Variablen abhängen und derzeit nicht eindeutig beziffert werden können. Laut dem Bericht für das dritte Quartal 2025 hielt die PGE-Gruppe Rückstellungen für die Rekultivierung der Gruben in Höhe von 5,9 Mrd. PLN, wobei die endgültigen Ausgaben höher ausfallen könnten; ein mögliches staatliches Engagement bleibt bislang Spekulation.

Der Experte Michał Hetmański, Vorstandsvorsitzender der Instrat-Stiftung, warnt, dass die Probleme, die ZE PAK und die Polska Grupa Górnicza getroffen haben, bald auch PGE betreffen werden. Fixkosten der Tagebaue, Löhne, Steuern, kommunale Abgaben sowie der Energiebedarf für Maschinen und entwässernde Pumpen führen dazu, dass Kraftwerke, die immer häufiger als Spitzenlastanlagen betrieben und durch andere Quellen verdrängt werden, ihre Kosten nicht decken können. PGE bemühte sich Mitte 2025 um eine gezielte Unterstützung im Rahmen des neuen Kapazitätsmarktes, doch Regierung und PSE lehnten diesen Vorschlag ab. Hetmański betont die Notwendigkeit beschleunigter staatlicher Maßnahmen: von Abfindungen und Umschulungen der Beschäftigten über die Gewinnung neuer Investoren bis hin zur Rekultivierung der Flächen, um eine Wiederholung der negativen Erfahrungen des Strukturwandels in Wałbrzych zu vermeiden.

Die Schlussfolgerung des Textes ist eindeutig: Die auf Braunkohle basierende Energieerzeugung in Polen verliert rasch an Bedeutung. Die zentralen Herausforderungen betreffen die geordnete Beendigung der Bergbautätigkeit, die Finanzierung der Umweltkosten und die Sicherstellung eines sanften Übergangs für die Regionen und die Beschäftigten. Der termingerechte Start der Kernenergie wird entscheidend für die Systemstabilität sein; jede Verzögerung erhöht das Risiko einer verlängerten Laufzeit der Kohleblöcke und treibt die Transformationskosten in die Höhe.

Autor: MJ