Das Dokument mit dem Titel „Repurposing Mines for Tourism and Culture“ (de. Umnutzung von Bergwerken für Tourismus und Kultur) ist eine Fallstudie, die von der Europäischen Kommission im Juni 2025 veröffentlicht wurde. Sie konzentriert sich auf die Umwandlung ehemaliger Bergbaustandorte in Kultur- und Tourismuszentren in Dolní oblast Vítkovice, Tschechien, und Golpa-Nord in der Lausitz, Deutschland. Diese Initiative ist Teil der breiteren „Initiative für Kohleregionen im Übergang“, die von der Europäischen Kommission geleitet wird.

Dolní oblast Vítkovice
Dolní oblast Vítkovice, gelegen in Ostrava, Tschechien, wurde von einem Industriekomplex in ein kulturelles und soziales Zentrum umgewandelt und ist zu einer bedeutenden Touristenattraktion geworden (S. 3). Der Ort, der als erster tschechischer Standort auf der Europäischen Kulturerbeliste anerkannt wurde, integriert moderne Freizeiteinrichtungen mit historischer Bildung und bietet einen umfassenden Einblick in den Eisenerzeugungsprozess. Die Umwandlung wurde durch EU-Förderungen, private Investitionen und regionale Investitionen realisiert, mit bedeutenden Beiträgen von lokalen Behörden und Unternehmern (S. 3). Die Neuentwicklung stand vor Herausforderungen wie erheblichen Kapitalinvestitionen, Umweltverschmutzung und Auseinandersetzungen mit Naturschützern. Dennoch gelang es dem Projekt, das Bergbauerbe zu bewahren und gleichzeitig das Gebiet zu revitalisieren und verschiedene kulturelle und sportliche Aktivitäten zu veranstalten (S. 4). Die Gong Multifunctional Hall und andere Einrichtungen sind zu zentralen Anziehungspunkten des Standorts geworden (S. 5).

Golpa-Nord / Ferropolis
Ferropolis, gelegen in Sachsen-Anhalt, Deutschland, ist ein ehemaliger Tagebau, der in einen kulturellen Veranstaltungsort umgewandelt wurde, der groß angelegte Musikfestivals und Veranstaltungen ausrichtet (S. 7). Die Umwandlung, initiiert von lokalen Bürgern und Studenten, gewann während der Expo 2000 an Bedeutung. Der Standort funktioniert nun ohne öffentliche Subventionen, was eine langfristige Nachhaltigkeit gewährleistet (S. 3). Die Neuentwicklung von Ferropolis umfasste die Zusammenarbeit zwischen lokalen Behörden, der Gemeinschaft und Institutionen wie dem Bauhaus Dessau. Der Standort hat Nachhaltigkeitsinitiativen wie Solaranlagen und Abfalltrennungsprojekte übernommen (S. 7). Ferropolis hat sich zu einem Schlüsselakteur in der Gestaltung der ländlichen Identität entwickelt und internationale Aufmerksamkeit erregt (S. 9).

Schlussfolgerungen
Beide Fallstudien heben die Bedeutung visionärer Führung, Gemeinschaftsbeteiligung und strategischer Partnerschaften bei der erfolgreichen Umwandlung industriellen Erbes hervor (S. 6 und 9). Die Projekte zeigen, dass die Anpassung und kontinuierliche Weiterentwicklung kultureller Nutzungen entscheidend für die Aufrechterhaltung der Relevanz und Sicherstellung nachhaltiger Entwicklung sind. Diese Transformationen stehen im Einklang mit breiteren europäischen Initiativen wie dem Europäischen Grünen Deal und dem Neuen Europäischen BAUHAUS und betonen die Rolle der kulturellen Geschichtenerzählung beim Übergang in eine postindustrielle Zukunft (S. 9).

Quelle: European Commission: Directorate-General for Energy, Repurposing mines for tourism and culture – A combined case study of transformation examples from Dolní oblast Vítkovice mine in Ostrava, Czechia and Golpa-Nord in Lusatia, Germany – Case study, Publications Office of the European Union, 2025, https://data.europa.eu/doi/10.2833/9108193