Der Flash-Eurobarometer 566 mit dem Titel „Consumer Behaviour in the Energy Transition“ untersucht das Verhalten der Verbraucher in der EU während der Energiewende. Er umfasst zentrale Themen wie das Vertrauen der Verbraucher in Energiemärkte und -anbieter, die Bewertung von Energiedienstleistungen sowie Maßnahmen zum Verbraucherschutz. Die Umfrage analysiert das Verständnis von Energierechnungen, Gewohnheiten beim Nachverfolgen des Verbrauchs und Faktoren, die Änderungen im Energieverbrauch beeinflussen. Zudem befasst sie sich mit Verbraucherpräferenzen bei der Wahl des Energieanbieters, Wechselverhalten, Wechselmotiven und möglichen Hürden. Zusätzlich werden Informationsquellen untersucht, die Verbraucher bei Entscheidungen über Energieanbieter nutzen, sowie Bereiche, in denen Verbesserungen notwendig sind, damit der Energiemarkt den Verbrauchern besser dient (S. 4).
Bewertung von Energiedienstleistungen
Der Bericht hebt hervor, dass mehr als drei Viertel (78 %) der Energieentscheider den Kontakt mit dem Energieanbieter zur Unterstützung oder für Informationen als einfach empfinden, obwohl etwa jeder Sechste (17 %) dies nicht als einfach ansieht. Mehr als zwei von zehn Personen (22 %) stimmen nicht zu, dass ihre Energierechnungen leicht zu verstehen sind, während etwas mehr als drei Viertel (77 %) dem zustimmen. Ein Viertel der Befragten (25 %) ist nicht der Meinung, dass ihr Energieanbieter leicht verständliche Informationen zu Angeboten und Aktionen bereitstellt, während etwa sieben von zehn (71 %) dem zustimmen. Etwa ein Fünftel (21 %) der Befragten stimmt nicht zu, dass ihr Energieanbieter ausreichend in erneuerbare Energien investiert, während etwa zwei Drittel (66 %) dem zustimmen (S. 11).
Länderdifferenzen
Der Bericht weist auf erhebliche länderspezifische Unterschiede in der Wahrnehmung der Verbraucher hin. So stimmen beispielsweise weniger als zwei Drittel der Befragten in Zypern (54 %), Kroatien (62 %) und Ungarn (63 %) zu, dass der Kontakt mit dem Energieanbieter einfach ist, während etwa neun von zehn in Tschechien (89 %) und der Slowakei (89 %) diese Ansicht teilen. Ebenso halten nicht mehr als sechs von zehn Befragten in Zypern (58 %), Polen (59 %) und Ungarn (60 %) ihre Energierechnungen für leicht verständlich, verglichen mit mehr als neun von zehn in Luxemburg (95 %), Frankreich (93 %) und Finnland (91 %) (S. 12).
Deutschland und Polen im Kontext des Verbraucherverhaltens in der Energiewende
In Deutschland halten 82 % der Befragten den Kontakt mit dem Energieanbieter für einfach, und 86 % stimmen zu, dass ihre Energierechnungen leicht zu verstehen sind (S. 13). Deutschland zeichnet sich zudem durch ein hohes Vertrauen in Energieanbieter aus: 62 % der Befragten stimmen zu, dass Energiekonsumenten gut geschützt sind (S. 21). Hinsichtlich der Motivation zur Änderung des Energieverhaltens geben 44 % wirtschaftliche Gründe für die Verringerung des Heiz- oder Klimaanlagenverbrauchs an, 39 % nennen Umweltgründe (S. 35). Ähnlich verweisen 38 % der Befragten auf wirtschaftliche Gründe für die Nutzung von Geräten außerhalb der Spitzenzeiten, 36 % auf Umweltgründe (S. 35). In Deutschland haben 10 % der Befragten in den letzten drei Jahren den Stromanbieter gewechselt (S. 45). Der Hauptgrund, warum Befragte ihren Anbieter nicht gewechselt haben, ist die Zufriedenheit mit dem aktuellen Anbieter (62 %) (S. 52).
In Polen halten 76 % der Befragten den Kontakt mit dem Energieanbieter für einfach, aber nur 59 % stimmen zu, dass ihre Energierechnungen leicht zu verstehen sind (S. 13). Beim Verbraucherschutz sind 64 % der Befragten der Meinung, dass sie gut geschützt sind (S. 21). In Polen nennen 87 % der Befragten wirtschaftliche Gründe für die Verringerung des Heiz- oder Klimaanlagenverbrauchs – der höchste Wert unter den EU-Ländern (S. 35). Ebenso geben 63 % wirtschaftliche Gründe für die Nutzung von Geräten außerhalb der Spitzenzeiten an (S. 35). In Polen haben 19 % der Befragten in den letzten drei Jahren den Stromanbieter gewechselt (S. 45). Der Hauptgrund, warum Befragte ihren Anbieter nicht gewechselt haben, ist das Fehlen von Unterschieden zwischen den Anbietern, wodurch ein Wechsel als nicht lohnend angesehen wird (31 %) (S. 52).
Verbesserungsbedarfe
Energieentscheider identifizieren mehrere Bereiche mit Verbesserungsbedarf, damit der Energiemarkt besser für Verbraucher funktioniert. Am höchsten bewertet, von 38 % der Befragten genannt, ist ein besserer Schutz vulnerabler Verbraucher und von Energiearmut betroffener Personen. Dicht dahinter folgen mehr Klarheit und Transparenz bei Energierechnungen (34 %) sowie eine effektivere Verhinderung unlauterer Geschäftspraktiken (34 %). Etwas weniger als drei von zehn Befragten (28 %) nennen einen besseren Zugang zu Energiedaten und digitalen Tools als verbesserungswürdigen Bereich (S. 22).
Verständnis von Energierechnungen
Mehr als ein Drittel (36 %) der Energieentscheider berichtet über Schwierigkeiten beim Verständnis von Steuern und Gebühren für die Aufrechterhaltung der Energieinfrastruktur auf den Rechnungen. Weitere schwierige Elemente sind die Kosten je verbrauchter Energieeinheit (16 %), die Berechnung des zu zahlenden Gesamtbetrags (16 %) sowie Vertragsdetails (16 %). Ein Drittel der Befragten (33 %) gibt an, alle Teile ihrer Energierechnungen zu verstehen (S. 26).
Quelle: European Commission: Directorate-General for Energy and Ipsos European Public Affairs, Consumer behaviour in the energy transition – Eurobarometer report, Publications Office of the European Union, 2025, https://data.europa.eu/doi/10.2833/2049007
Autor: MJ