Auf dem Kanal „Elektryfikacja“ ist ein Interview von Jakub Wiech mit dem ehemaligen Vizepremier und Wirtschaftsminister Janusz Steinhoff erschienen. Im Gespräch mit Wiech spricht Premier Janusz Steinhoff über die schwierige Situation des polnischen Bergbaus, insbesondere im Kontext der Stilllegung von Zechen. Steinhoff betont, dass der polnische Bergbau vor einer notwendigen Restrukturierung und der Schließung unrentabler Bergwerke steht – unausweichlich angesichts sich wandelnder Markt- und Wirtschaftsbedingungen.
Steinhoff weist darauf hin, dass viele polnische Bergwerke aufgrund hoher Förderkosten unrentabel sind, die im Vergleich zu importierter Kohle nicht wettbewerbsfähig sind. Die Kohleförderung in Polen, besonders in Oberschlesien, ist mit hohen Kosten verbunden, die aus schwierigen geologischen Bedingungen und geringer Arbeitsproduktivität resultieren. Das Fehlen einer aktuellen staatlichen Energiepolitik ist eines der Hauptprobleme, das die Planung der Zukunft des Bergbaus erschwert. Steinhoff unterstreicht die Notwendigkeit, eine langfristige Energiestrategie auszuarbeiten, die Veränderungen im Energiemix berücksichtigt, einschließlich der Entwicklung erneuerbarer Energien und der Kernenergie.
Steinhoff kritisiert die Art und Weise, wie staatliche Beihilfen im Bergbau genutzt werden. Anstatt Restrukturierungsprozesse zu unterstützen, dienen sie oft lediglich der Aufrechterhaltung der Beschäftigung, was der langfristigen Rentabilität des Sektors nicht zuträglich ist. Er verweist zudem auf populistische Versprechen von Politikern, die Bergleute in die Irre führen, indem sie ihnen die langfristige Aufrechterhaltung von Bergwerken ungeachtet der wirtschaftlichen Realitäten versprechen. Ein solches Vorgehen führt zu unrealistischen Erwartungen und erschwert die notwendigen Reformen.
Steinhoff schlägt vor, eine gründliche Analyse einzelner Bergwerke durchzuführen, um diejenigen zu identifizieren, die rentabel sein könnten, sowie diejenigen, die geschlossen werden müssen. Dieser Prozess sollte unter Wahrung der Interessen der Beschäftigten erfolgen, unter Nutzung freiwilliger Ausstiegsprogramme und sozialer Pakete. Entscheidend ist ein offener Dialog mit den Sozialpartnern, einschließlich der Gewerkschaften, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, die für alle Seiten akzeptabel sind. Steinhoff appelliert an eine Änderung der Haltung der Politiker zum Bergbau, damit der Fokus auf realen Restrukturierungsmaßnahmen liegt statt auf populistischen Versprechen.
Die Zukunft des polnischen Bergbaus erfordert schwierige Entscheidungen und mutige Reformen, die den Sektor an die heutigen wirtschaftlichen und energetischen Realitäten anpassen.
Erwähnenswert ist auch, dass Janusz Steinhoff zu Gast bei der ersten Arena des Projekts TriLand war; hier kannst du mehr über dieses Ereignis lesen.
Autor: MJ
Quelle: 1.