Nach dem Ausstieg aus dem Kohlebergbau sind in Sachsen über Jahre keine neuen Minen für metallische Rohstoffe entstanden. Jetzt wächst das Interesse an Lagerstätten von Lithium, Zinn, Kupfer und seltenen Erden. Dies hängt mit Veränderungen der Rohstoffpreise sowie mit den Plänen der Europäischen Union zusammen, den Import zu begrenzen und die Verarbeitung sowie das Recycling bis 2030 zu erhöhen, mit dem Ziel, mindestens 10 Prozent der Förderung aus europäischen Bergwerken zu decken.
Nach dem Zusammenbruch des Bergbaus nach 1990 haben sich in Sachsen nun Bedingungen für seine Wiederaufnahme ergeben. Das Sächsische Oberbergamt (sächsische Bergbehörde) in Freiberg berichtet über ein zunehmendes Interesse an Lagerstätten von Lithium, Zinn, Kupfer und seltenen Erden. Impulsgebend sind höhere Rohstoffpreise sowie die EU-Ziele zur Begrenzung des Imports und zur Steigerung der Verarbeitung sowie des Recyclings kritischer Materialien bis 2030, mit der Vorgabe, mindestens 10 Prozent der Förderung aus Bergwerken innerhalb der EU zu decken.
Der Leiter der Bergbehörde, Bernhard Cramer, verweist auf eine Kapitalbarriere: Der Beginn der Förderung erfordert Investitionen in Höhe von Dutzenden bis Hunderten Millionen Euro, und die Amortisationszeit ist lang. Aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit von risikoreicher Finanzierung auf dem lokalen Markt stammt der Großteil der Investoren in Projekten im Erzgebirge aus dem Ausland; häufig sind es kleinere Gesellschaften, die Mittel an internationalen Börsen einwerben.
Seit 2006 wurden in Sachsen 88 Erkundungsvorhaben für neue Lagerstätten gestartet. Zum Zeitpunkt der Datenerhebung sind 26 Projekte aktiv, und nur sieben haben eine Fördergenehmigung erhalten. Die Erfolgsquote beim Übergang von der Erkundung zur Mine ist niedrig: In der Praxis kommt auf etwa hundert Projekte ein Förderbetrieb.
Autor:MJ
Quelle: 1.