Am 10. Dezember 2025 trafen sich Vertreter der polnischen und deutschen Politik, Kommunalpolitiker, Experten und soziale Organisationen am Sitz der Stiftung Erinnerung, Bildung, Kultur in Zgorzelec, um über die Energiewende und die regionale Entwicklung auf beiden Seiten der Lausitzer Neiße zu diskutieren. Die Diskussionen fanden im Rahmen der vierten Ausgabe der TriLand ARENA POLITYKA statt – einem Format, das auf den partnerschaftlichen Dialog in der Region setzt.
An dem Treffen nahmen die Abgeordneten Zofia Czernow und Łukasz Horbatowski sowie Florian Oest aus dem Bundestag und Franziska Schubert aus dem Sächsischen Landtag teil. Ebenfalls anwesend waren Vertreter der regionalen und lokalen Behörden, darunter Landräte und Bürgermeister.
Gemeinsame Region, unterschiedliche Fördermöglichkeiten
Die Energiewende ist einer der wichtigsten Prozesse, der die Grenzregion beeinflusst. Wie beim Treffen betont wurde, verbindet die Regionen auf polnischer und deutscher Seite eine auf der Energiewirtschaft basierende Entwicklungsgeschichte, doch heute unterscheiden sie sich beim Zugang zu Förderinstrumenten. Sachsen profitiert vom Fonds für einen gerechten Übergang (Just Transition Fund), was den Weg für Investitionen in neue Technologien, die Rekultivierung ehemaliger Tagebauflächen und die Modernisierung der Infrastruktur eröffnet. Auf deutscher Seite ist zudem ein deutlicher Anstieg von Investitionen aus Mitteln der Bundesländer zu beobachten. Auf polnischer Seite erhält der Subregion Turów eine solche Unterstützung nicht, was klar auf die dringende Notwendigkeit hinweist, diesen Unterschied auszugleichen.
Kommunalvertreter aus der Region wiesen auf die Notwendigkeit hin, den Subregion Turów in Maßnahmen einzubeziehen, die aus dem Modernisierungsfonds finanziert werden, und reale Arbeiten an seiner Transformation zu beginnen. Es wurde betont, dass die neu eingerichtete parlamentarische Gruppe für den Subregion Turów diese Forderungen prioritär behandeln sollte, da die Zeit gegen die Bewohner und die lokale Wirtschaft arbeitet. Es fehlten auch nicht deutliche Worte über die Marginalisierung der Region.
Obwohl das Treffen den Rahmen einer Konferenz hatte, nahm es in der Praxis die Form eines partnerschaftlichen Gesprächs an. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass ohne Dialog keine wirksamen Maßnahmen aufgebaut werden können und jede dauerhafte Lösung gemeinsam erarbeitet werden muss. Erst nach der Gesprächsphase können Entscheidungen und konkrete Investitionen folgen.
TriLand als Kooperationsplattform
TriLand ist ein Projekt, das ein Kooperationsmodell im Grenzraum entwickelt. Die Arena Politik ist Teil davon und schafft Raum für Begegnungen von Politikerinnen und Politikern, Expertinnen und Experten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie lokalen Führungspersonen. Ziel des Projekts ist der Erfahrungsaustausch, der Aufbau einer gemeinsamen Sprache sowie die Unterstützung von Entscheidungen, die die Zukunft der Region beeinflussen. Das Projekt wird von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Interreg Polen–Sachsen 2021–2027 kofinanziert.
Interessierte, die die Transformationsaktivitäten verfolgen möchten, können sich auf www.tri-land.eu registrieren, mit dem Projektteam in Kontakt bleiben und Informationen über weitere Veranstaltungen und Veröffentlichungen erhalten.
Autor: BS



