Wissenschaftler der University of Newcastle (Australien) haben eine schnelle und sichere Methode entwickelt, um Silber aus ausgedienten Photovoltaik-Modulen ohne Einsatz von Säuren zurückzugewinnen. Das Verfahren ermöglicht die Rückgewinnung von über 97 % des Silbers in wenigen Minuten und nutzt zwei Techniken: mechanische Zerkleinerung (Komminution) und Schaumschwimmaufbereitung (Flotation), bei der Metalle mithilfe von Luftblasen und Wasser voneinander getrennt werden.

Das ist ein großer Durchbruch, denn bisher galt die Rückgewinnung von metallischem Silber aus PV-Modulen auf diese Weise als unmöglich. An dem Projekt arbeitete ein Team unter der Leitung von Dr. habil. Mahshid Firouzi in Zusammenarbeit mit Industriepartnern. Tests an realen Modulen bestätigten die Wirksamkeit und Geschwindigkeit des Prozesses.

Warum ist das wichtig? Ausgediente Module enthalten viel Silber – oft in wirtschaftlich interessanten Konzentrationen wie in Bergwerken. Bis 2050 könnten in Australien über eine Million Tonnen PV-Abfall anfallen, mit 300–500 Tonnen Silber – das heute häufig auf Deponien landet.

Die neue Methode ist schneller, kostengünstiger und umweltfreundlicher als herkömmliche chemische Verfahren. Das Team plant außerdem die Rückgewinnung weiterer Rohstoffe, darunter Silizium, das den Großteil der Zellmasse ausmacht. Ziel ist die Kommerzialisierung der Technologie und die Unterstützung einer Kreislaufwirtschaft.

Wenn die Lösung im großen Maßstab eingeführt wird, könnte das Recycling von PV-Modulen sauberer und rentabler werden. Länder würden lokale Quellen wertvoller Rohstoffe gewinnen und widerstandsfähigere Lieferketten in der Solarenergie aufbauen.

Autor: MJ

Quelle: 1.