Am Donnerstag, dem 05.02.2026, wurde am späten Vormittag im ehemaligen Tagebau Jänschwalde (Niederlausitz) die weltweit erste kontrollierte Sprengung eines Bandbrücken-Typs F60 durchgeführt.
Dabei handelt es sich um eine der größten mobilen Arbeitsmaschinen, die „liegende Eiffelturm“ genannt wird: 502 Meter lang, 204 Meter breit, 80 Meter hoch und rund 31.000 Tonnen Stahl. Über mehr als 45 Jahre war sie in der Lausitz im Einsatz, bewegte Abraum und legte Braunkohlevorkommen frei. Schätzungen zufolge hat sie in dieser Zeit etwa 3,5 Milliarden Kubikmeter Erdreich bewegt und die Förderung von bis zu 14 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr ermöglicht.
Die Sprengung wurde über mehrere Jahre vorbereitet. Etwa einen Monat lang wurden 66 Kilogramm Sprengstoff installiert, um die Schlüsselkomponenten der Stahlkonstruktion präzise zu durchtrennen. Die Stilllegung der F60 markiert das symbolische Finale eines wichtigen Kapitels in der Geschichte der Lausitz. Im Jahr 2024 wurde der Abbau hier beendet, und das Tagebaugelände befindet sich nun in der Phase der Renaturierung. Anstelle der Mine sollen drei Seen und eine neue Erholungslandschaft entstehen.
Wir erleben, wie sich die Energielandkarte Deutschlands verändert. Die F60 war über Jahrzehnte ein Symbol für die Stärke der Industrie und die tägliche Arbeit tausender Menschen, die unabhängig vom Wetter die Rohstoffversorgung sicherstellten.
Jetzt richtet sich der Fokus auf die Wiederherstellung der Natur und die neue Nutzung der Bergbaufolgelandschaften. Der Staub der Sprengung hat sich gelegt, und mit ihm setzt sich das Bewusstsein durch, dass in Jänschwalde das Kohlezeitalter zu Ende geht.
Autor: MJ
Quelle: 1.
Die Aufzeichnung der Sprengung ist online verfügbar: