Die Energiewende ist nicht nur eine enorme technische Herausforderung, sondern vor allem ein sozialer Prozess, der Hunderttausende von Menschen in Regionen betrifft, die traditionell mit der Bergbauindustrie verbunden sind. Um diesen Weg zu erleichtern und sicherzustellen, dass niemand zurückgelassen wird, entwickelt die Europäische Kommission seit Jahren die Initiative Coal Regions in Transition (CRiT).
Soeben ist die externe Ausschreibung für die neuen, thematischen Arbeitsgruppen gestartet. Dies ist eine hervorragende Gelegenheit für Kommunen, Wissenschaftler, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen aus den Kohleregionen, sich aktiv an diesem Prozess zu beteiligen.
Was sind die CRiT-Arbeitsgruppen?
Die Arbeitsgruppen sind Plattformen für die direkte Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch. Ihr Ziel ist es, Praktiker aus ganz Europa zusammenzubringen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Statt reiner Theorie erhalten die Teilnehmer Raum für Diskussionen, Zugang zu Experten, Analysen konkreter Fallstudien (Case Studies) sowie die Ausarbeitung realer, einsatzbereiter Lösungen.
In dieser Runde setzt die Europäische Kommission auf drei Schlüsselbereiche, die die energetische Zukunft der Transformationsregionen definieren werden:
- Energiespeicherlösungen (Energy storage solutions) Kohleregionen haben einen großen Vorteil: eine bereits vorhandene Netzinfrastruktur, Kraftwerke und ehemalige Bergbauflächen. Diese Gruppe wird untersuchen, wie diese Ressourcen (z. B. ehemalige Tagebaue) für moderne Energiespeichertechnologien angepasst werden können und welche Geschäftsmodelle sich in diesem Prozess bewähren.
- Grubengas sowie Abscheidung, Nutzung und Speicherung von Kohlenstoff (Coal mine methane & CCUS) Methanemissionen aus aktiven und stillgelegten Bergwerken sind eine ernsthafte klimapolitische Herausforderung. Gleichzeitig werden CCUS-Technologien (Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid) unverzichtbar, um die Emissionsneutralität in der Schwerindustrie zu erreichen. Die Gruppe wird sich auf die Überwindung technologischer, finanzieller und regulatorischer Barrieren in diesem Bereich konzentrieren.
- Flexibilisierung der Kohleflotte (Coal fleet flexibilization) Der Übergang zu einem System, das auf erneuerbaren Energien basiert, erfordert Flexibilität. Diese Gruppe wird untersuchen, wie bestehende Kohlekraftwerke angepasst werden können, um in der Übergangsphase in einem neuen, dynamischen Netzumfeld zu arbeiten.
Wer kann und sollte sich bewerben?
Die Initiative richtet sich an ein breites Spektrum von Akteuren in den sogenannten „Coal+“-Regionen (Kohle-, Torf- und Ölschieferregionen). In Polen betrifft der Strukturwandel direkt unter anderem die Regionen Schlesien (Śląsk), Niederschlesien (Dolny Śląsk), Großpolen (Wielkopolska) und Kleinpolen (Małopolska).
Zur Bewerbung eingeladen sind:
- Vertreter von lokalen und regionalen Behörden,
- Energie- und Versorgungsunternehmen,
- Forschungsinstitute, Universitäten und Branchenexperten,
- Gewerkschaften,
- Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Aktivisten, die sich für eine gerechte Energiewende (Just Transition) engagieren.
Warum lohnt es sich? Die Teilnahme an den Gruppen bringt nicht nur Prestige und Networking-Möglichkeiten. Es ist eine einzigartige Gelegenheit, aus den Fehlern und Erfolgen anderer europäischer Regionen zu lernen und direkten Einfluss auf die Empfehlungen und die Politik auf EU-Ebene zu nehmen.
Wie läuft die Bewerbung ab?
Das Bewerbungsverfahren ist vereinfacht und findet vollständig online statt. Alle Details sowie das Bewerbungsformular finden Sie auf der offiziellen EUSurvey-Plattform:
👉 Bewerbungsformular CRiT Working Groups 2026
Bewerbungsfrist: 29. Juli 2026r.
Autor: MJ
Quelle: 1.