Michał Hetmański, Präsident der Instrat-Stiftung, sprach mit dem Magazin „Pod Lupą” über die energetische Zukunft Polens mit Fokus auf die Region Turow. Hetmański betonte, dass das Ende der Braunkohle in Turow unvermeidlich sei und zwischen 2030 und 2035 erwartet werde. Die Polnische Energiegruppe (PGE) plant bedeutende Änderungen im Energiemix, indem sie auf erneuerbare Energien und Gaskraftwerke setzt.
Die Entscheidung zur Schließung der Mine in Turow ist nicht neu, jedoch fehlte es an ehrlicher Kommunikation seitens vorheriger Regierungen. Die aktuellen Pläne der PGE sehen eine drastische Reduktion der Braunkohleenergieproduktion vor, die durch Investitionen in Offshore-Windparks und andere erneuerbare Energiequellen ersetzt werden soll. Hetmański betont, dass die Energiewende mehr Zeit benötigt, um gerecht zu sein, und die aktuellen Finanzmechanismen bieten nicht genügend Unterstützung für Turow.
Im Juni dieses Jahres stellte die PGE eine neue Strategie vor, die nicht wesentlich von den vorherigen abweicht, aber klar auf den Ausstieg aus der Kohle zugunsten erneuerbarer Energien und Gaskraftwerke hinweist. Hetmański hebt hervor, dass der Erhalt der Kohlekapazitäten im System finanzielle Unterstützung erfordern würde, die die Regierung verweigert hat. Angesichts dieser Ablehnung stellt Hetmański die Frage nach der Zukunft von Turow, da die PGE den Bau von Gaskraftwerken in dieser Region plant.
Der Bericht der Instrat-Stiftung enthält Empfehlungen zur Entwicklung eines territorialen Plans für einen gerechten Übergang. Hetmański kritisierte das Vorgehen der Europäischen Kommission bei der Festlegung von Kohleausstiegsdaten und wies auf das fehlende Verständnis für die Besonderheiten der Energiewende hin.
Regionen wie Schlesien erhalten erhebliche finanzielle Unterstützung, was Turow in eine ungünstige Lage versetzt. Hetmański betonte die Notwendigkeit aktiven Handelns lokaler Gemeinschaften und Selbstverwaltungen, um finanzielle Unterstützung für den Übergang zu erhalten. Entscheidend ist das Engagement lokaler Führungskräfte und Organisationen im Transformationsprozess, damit Kohleregionen effektiv um Finanzmittel konkurrieren können.
Michał Hetmański erwähnte auch Brückenfinanzierungen, die aus dem Nationalen Umweltfonds und dem Modernisierungsfonds stammen könnten. Diese Fonds werden durch Gelder gespeist, die die Europäische Union aus dem Verkauf von CO2-Emissionszertifikaten erhält. Die Polnische Energiegruppe ist einer der größten Nutznießer des Modernisierungsfonds, was darauf hindeutet, dass sie einen Teil dieser Mittel für Investitionen in der Region Turow verwenden könnte. Darüber hinaus wies Hetmański darauf hin, dass Mittel aus dem Modernisierungsfonds für Investitionen in Infrastruktur, erneuerbare Energien, Energiespeicher und Projekte zur Umschulung von Arbeitskräften verwendet werden könnten. Er erwähnte auch die Möglichkeit, diese Mittel zu nutzen, um neue Arbeitgeber in die Region zu ziehen.
Autor: MJ
Quelle: 1.