Das Dokument „Miniera d’Energia“ wurde von der Generaldirektion Energie der Europäischen Kommission, konkret von Direktion B – Gerechter Übergang, Verbraucher, Energiesicherheit, Effizienz und Innovation, erarbeitet, gilt jedoch nicht als offizielle Position der Europäischen Kommission.
Der Bericht beschreibt die Umwandlung einer stillgelegten Steinkohlemine auf Sardinien (Italien) in einen hybriden Energieknotenpunkt für Energiespeicherung unter Nutzung der Gravitationstechnologie. Die Initiative fügt sich in die Maßnahmen der Europäischen Kommission zur Unterstützung der im Übergang befindlichen Kohleregionen ein (str.2).
Projektbeschreibung
Das Projekt sieht die Umnutzung der Carbosulcis‑Mine auf Sardinien als hybrides Energiespeichersystem vor, das Gravitationstechnologie mit Batteriespeichern kombiniert und bestehende Förderschächte nutzt. Partner sind Energy Vault (ein globales Unternehmen im Bereich Energiespeicherung) sowie Carbosulcis (ein lokales Bergbauunternehmen im Besitz der Region Sardinien) (str.3).
Technische Details
Das Speichersystem nutzt einen Hebemechanismus in den Schächten – beim Absenken der Gewichte wird Energie erzeugt, beim Anheben wird Energie gespeichert, analog zu einem klassischen Pumpspeicherkraftwerk. Vor Ort wurden 20 MW Gravitationsspeicher mit 80 MW Lithium‑Ionen‑Speicher kombiniert, um das Netz zu stabilisieren und die Integration erneuerbarer Energien zu erleichtern (str.4).
EVO‑System
Das modulare „EVO“‑Pumpspeichersystem von Energy Vault verwendet vorgefertigte Membranbehälter zur Speicherung von Wasser an der Oberfläche und in den Schächten. Es bietet flexible Energiespeicherung mit einer Spitzenleistung von bis zu 100 MW (str.4).
Projektphasen
• Phase 1: Installation von 10 MWp Photovoltaik sowie eines 10 MWh Lithium‑Ionen‑Speichers (str.5).
• Phase 2: Erweiterung um weitere 10 MWp PV und vollständige Implementierung des integrierten Batteriespeichers (str.5).
• Phase 3: Hinzufügung von drei Windturbinen mit jeweils 4,2 MW Leistung, mit einer erwarteten Jahresproduktion von 24 GWh (str.5).
Wirtschaftliche und ökologische Auswirkungen
Das Projekt soll etwa 9 GWh/Jahr für den Eigenverbrauch liefern, was jährlichen Einsparungen von über 750.000 EUR entspricht. Der Energieüberschuss wird auf 53 GWh/Jahr geschätzt; die prognostizierten Einnahmen belaufen sich auf 32,7 Mio. EUR über einen Zeitraum von 10 Jahren (str.5). Es wird mit mindestens 23 direkten Arbeitsplätzen sowie zusätzlichen indirekten Beschäftigungsmöglichkeiten gerechnet (str.5).
„Miniera d’Energia“ ist ein wichtiger Schritt zur Umwandlung ehemaliger Bergbauareale in Knotenpunkte für erneuerbare Energien. Das Projekt verdeutlicht das Potenzial innovativer Energiespeichertechnologien sowie die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Akteuren bei der Umsetzung der Ziele der Energiewende (str.6).
Quelle: European Commission: Directorate-General for Energy, Miniera d’Energia – Transforming a coal mine in Sardinia into a hybrid energy storage hub using gravity technology – Case study, Publications Office of the European Union, 2025, https://data.europa.eu/doi/10.2833/0839536