Im Juli 2025, endeten die Konsultationen der Europäischen Kommission zur Funktionsweise des Europäischen Emissionshandelssystems (EU ETS). Die Europäische Kommission sammelte Meinungen über die bisherige Funktionsweise des EU ETS, einschließlich der Effizienz des Systems, seiner Kohärenz mit anderen Vorschriften und EU-Politiken. Gegenstand der Konsultationen war auch die zukünftige Gestaltung des EU ETS, einschließlich der Einbeziehung von Müllverbrennungsanlagen und der Berücksichtigung sogenannter negativer Emissionen, die durch CO2-Abscheidung entstehen.
Europäisches Emissionshandelssystem:
Das Europäische Emissionshandelssystem (EU ETS) ist ein Schlüsselelement der Klimapolitik der Europäischen Union, das darauf abzielt, die Emissionen von Kohlendioxid (CO2) durch einen marktbasierten Mechanismus zu reduzieren. Dieses System, das auf dem Prinzip „der Verschmutzer zahlt“ basiert, verpflichtet über 10.000 Kraftwerke und Fabriken in der EU, eine Genehmigung für jede Tonne CO2-Emissionen zu besitzen. Unternehmen kaufen diese Genehmigungen über Auktionen an der ICE-Börse in London und der EEX in Leipzig. Die Kosten für den Erwerb dieser Genehmigungen beeinflussen die Strompreise, was von erheblicher Bedeutung für die Energieindustrie ist, insbesondere im Kontext steigender Umweltanforderungen. In Polen wird das Register für CO2-Emissionsrechte vom Nationalen Zentrum für Bilanzierung und Emissionsmanagement (KOBIZE) unter der Aufsicht des Klimaministers geführt. Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) ist die deutsche Behörde, die im Rahmen des Bundesumweltamtes (UBA) in Berlin für das Emissionshandelssystem der Europäischen Union verantwortlich ist.
Vorschlag von PGE:
Die Polska Grupa Energetyczna (PGE) hat vorgeschlagen, Kohle- und Gaskraftwerke von den CO2-Emissionsgebühren im Rahmen des EU ETS zu befreien. PGE betonte, dass diese Kraftwerke eine Schlüsselrolle als Stabilitätsanker des Energiesystems spielen, insbesondere in Situationen, in denen erneuerbare Energiequellen (EE) nicht in der Lage sind, ausreichend Leistung bereitzustellen (über die Bedeutung der Trägheit als Stabilitätssystem schreiben wir hier ). Der Vorschlag umfasst auch eine Erhöhung des Arbeitslimits solcher Kraftwerke von 300 auf 1500 Stunden pro Jahr, um deren Funktion als Reserveeinheiten zu unterstützen.
PGE wies unter anderem auf die Notwendigkeit hin, den Modernisierungsfonds, der teilweise durch den Verkauf von EU ETS-Zertifikaten finanziert wird, fortzuführen und zu erhöhen. Darüber hinaus hebt das Unternehmen die Notwendigkeit hervor, die Zuteilung kostenloser Zertifikate für die Wärmeversorgung beizubehalten und ein ausreichendes Angebot an Zertifikaten auf dem ETS-Markt sowie stabile Preise zu gewährleisten.
PGE betonte, dass Änderungen im EU ETS strategische Fragen im Zusammenhang mit der Energiesicherheit und der Stabilität des Energiesystems berücksichtigen sollten. Der Vorstand von PGE weist darauf hin, dass die Kosten für Emissionszertifikate direkten Einfluss auf die Energiepreise haben, was wiederum die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und der Wirtschaft beeinflusst. PGE argumentiert, dass ohne verfügbare Quellen wie Gaskraftwerke nicht von einem stabilen Betrieb moderner Energiesysteme auf Basis erneuerbarer Energien die Rede sein kann.
Der Vorschlag von PGE stieß auf unterschiedliche Reaktionen. Die Europäische Kommission, die die Konsultationen zur Zukunft des EU ETS leitete, sammelte Meinungen von über 200 Akteuren, einschließlich PGE. Unter den Interessengruppen gibt es sowohl unterstützende als auch kritische Stimmen. Befürworter betonen die Bedeutung der Energiesicherheit, während Gegner befürchten, dass solche Ausnahmen die Bemühungen zur Emissionsreduzierung schwächen und die Energiewende verzögern könnten.
Quelle: 1.