Polskie Sieci Energetyczne (polnischer Übertragungsnetzbetreiber) veröffentlichten am 02.02.2026 den „Entwurf des neuen Entwicklungsplans für das Übertragungsnetz für die Jahre 2027–2036“. Darin kündigen sie an, bis 2036 ambitionierte Investitionen zu realisieren, die den Bau von 5.000 km neuer 400‑kV‑Leitungen sowie die Errichtung von 30 neuen Umspannwerken umfassen. Zusätzlich ist der Ausbau oder die Modernisierung von 110 bereits bestehenden Umspannwerken vorgesehen, um die Effizienz und Zuverlässigkeit des nationalen Stromsystems zu erhöhen.

Eines der Schlüsselelemente des Plans ist die Modernisierung der 400‑kV‑Leitung Morzyczyn–Dunowo–Słupsk–Żarnowiec. Darüber hinaus ist der Bau einer neuen 400‑kV‑Leitung Piła Krzewina–Żydowo Kierzkowo geplant. Diese Investitionen zielen darauf ab, die Stabilität und Effizienz der Stromübertragung in den Regionen Nordwestpolens zu verbessern.

Im Kontext der erneuerbaren Energien umfasst das Fördersystem für Offshore‑Windparks zwei Phasen, von denen die erste Unterstützung für Projekte mit einer Gesamtleistung von 5,9 GW vorsieht. In der zweiten Phase wurde im Dezember 2025 eine Auktion durchgeführt, in deren Ergebnis 3.435 MW neue Leistung kontrahiert wurden. Diese Maßnahmen sollen den Anteil erneuerbarer Energien im nationalen Energiemix erhöhen.

Weitere Pläne umfassen den Bau einer HVDC‑Verbindung (Hochspannungs‑Gleichstrom‑Übertragung) Nord–Süd, die der Übertragung von elektrischer Energie aus dem Norden des Landes in den Süden, in die Region Oberschlesien, dient. Die Umsetzung dieses Projekts ist für die Jahre 2022–2037 vorgesehen.

Der Entwicklungsplan für das Übertragungsnetz beinhaltet außerdem den Anschluss neuer Kraftwerke, darunter eines Kernkraftwerks, wofür der Bau einer 400‑kV‑Leitung von der neuen Umspannstation Biebrowo bis zum Einschnitt der Leitung Kromolice–Pątnów erforderlich ist. Diese Investitionen sind entscheidend für die vollständige Abfuhr der Leistung aus neuen Erzeugungsquellen und die Gewährleistung der Versorgungssicherheit.

Im Plan ist ein weiterer Rückgang der Stromerzeugung aus Braunkohle vorgesehen, bedingt durch die Erschöpfung der Ressourcen, steigende CO2‑Emissionskosten sowie energiepolitische Transformationsmaßnahmen. Die zu erwartende Einschränkung des Betriebs des Komplexes Turów in der Perspektive der Jahre 2030+ erfordert die schrittweise Ersetzung konventioneller Kapazitäten durch emissionsarme und erneuerbare Quellen.

Der im PSE‑Plan vorgesehene Ausbau der Übertragungs‑ und Verteilinfrastruktur schafft Bedingungen für die Ansiedlung neuer EE‑Projekte in der Region, insbesondere großskaliger Photovoltaik auf Industrie‑ und Bergbaufolgebrachen sowie Energiespeichern (Batteriespeicher und potenziell Pumpspeicher), integriert mit PV‑ und Windparks.

Parallel dazu werden die Weiterentwicklung der Netzanschlüsse und die Digitalisierung der Netze die Flexibilität des Systems erhöhen und eine effiziente Bilanzierung lokaler Erzeugung und Verbrauch ermöglichen. Netzinvestitionen erleichtern die Abführung der Leistung aus neuen Quellen und deren Integration in das nationale System, wodurch das Risiko von Defiziten nach der Stilllegung eines Teils der Kapazitäten in Turów verringert wird.

Wir empfehlen, sich mit dem Originaldokument (PL) vertraut zu machen: Entwurf des neuen Entwicklungsplans für das Übertragungsnetz für die Jahre 2027–2036.

Autor: MJ