Am 16. September organisierte das Polnische Grüne Netzwerk eine Online-Debatte. Das Treffen war der gerechten Transformation der Regionen Turów und des Lubliner Kohlereviers gewidmet. Die Veranstaltung versammelte Vertreter der Kommunalverwaltungen, Gewerkschaften, zivilgesellschaftlicher Organisationen sowie der Staatsverwaltung, die über die unsichere Zukunft der Transformationsfinanzierung im Kontext des fehlenden Fonds für einen gerechten Übergang (JTF) im Vorschlag für den neuen Haushalt der Europäischen Union diskutierten.
Aus unserer Region waren unter anderem anwesend: Wojciech Dobrołowicz, Bürgermeister der Stadt und Gemeinde Bogatynia, Joanna Tokarczuk, Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Energieinnovation, sowie Bogumił Tyszkiewicz vom Verband der Gewerkschaften des Braunkohlenbergbaus.
In der vorherigen Finanzperiode wurden die Regionen Turów und das Lubliner Kohlerevier nicht in den JTF einbezogen, weil die Termine für den Ausstieg aus der Kohle zu weit in der Zukunft lagen oder nicht festgelegt waren. Dieser Fonds unterstützte Regionen wie die Woiwodschaft Schlesien oder Ostgroßpolen und ermöglichte Investitionen in erneuerbare Energien, die Schaffung neuer Arbeitsplätze sowie die Rekultivierung von Bergbauflächen. In der neuen EU-Finanzperiode könnte der JTF fehlen, was die Zukunft der Transformation dieser Regionen infrage stellt. Es besteht jedoch die Hoffnung, dass andere EU-Fonds Regionen unterstützen können, die sich von der Kohle verabschieden.
Vertreter von Bogatynia und des Kreises Łęczna wiesen auf die enorme Bedeutung der Bergwerke für die lokalen Gemeinschaften hin. Daniel Słowik, Landrat des Kreises Łęczna, räumte ein, dass Bogdanka eine hoch rentable Mine ist, von der rund 30.000 Einwohner leben. Die kommunalen Behörden waren zuvor nicht an einer Teilnahme am JTF interessiert, doch die Situation hat sich mittlerweile geändert und es ist notwendig, Investitionen nachzuholen. Wojciech Dobrołowicz, Bürgermeister von Bogatynia, betonte, dass die Mine und das Kraftwerk Turów der wirtschaftliche Motor der Region waren, sich die Lage jedoch verändert und die Beschaffung von Transformationsmitteln nicht einfach ist.
Experten hoben hervor, dass die gerechte Transformation trotz des Fehlens des JTF weiterhin eine Priorität der EU bleibt. Katarzyna Smętek vom Forum Energii bemerkte, dass es in den anstehenden Verhandlungen wichtig sei, dass die Kohleregionen ihre Maßnahmen koordinieren, um Mittel für die Transformation zu gewinnen. Michał Frycz vom Marschallamt der Woiwodschaft Niederschlesien fügte hinzu, dass sich die Regionen mit markt- und demografischen Prozessen auseinandersetzen müssten und der Abschied von der Kohle ein globaler Trend sei.
In der Fragerunde aus dem Publikum wurde eine sehr ungünstige demografische Prognose für unsere Region angesprochen. Laut der demografischen Prognose des Statistischen Zentralamts (GUS) aus dem Jahr 2023 soll die Einwohnerzahl der Gemeinde Bogatynia im Jahr 2030 auf 20.494 sinken. Bis zur Schließung des Turów-Komplexes sollen in der Gemeinde Bogatynia maximal 19.760 Menschen leben, davon nur 11.536 im erwerbsfähigen Alter. Es stellte sich daher die Frage, wie die Gemeinde Bogatynia beabsichtigt, die Lebensqualität in einer Gemeinde aufrechtzuerhalten, in der die Zahl der erwerbsfähigen Menschen so schnell abnimmt. Ohne eine klare Strategie auf nationaler Ebene und erhebliche finanzielle Mittel könnte es sich als unmöglich erweisen, die Lebensqualität auf dem derzeitigen Niveau zu halten.
Die Debatte zeigte, dass sowohl Turów als auch Bogdanka vor ernsthaften sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen stehen. Das Fehlen einer dedizierten Unterstützung im aktuellen Entwurf des EU-Haushalts könnte den Transformationsprozess erschweren; alle Seiten waren sich jedoch einig, dass konsequent um Mittel geworben und die Zukunft der Regionen geplant werden muss. Transformation darf sich nicht auf die Schließung von Bergwerken beschränken; sie muss die Schaffung neuer Arbeitsplätze, Investitionen und soziale Entwicklung bedeuten.
Autor: MJ
Quelle: 1.