Auf dem Gelände des Braunkohletagebaus in Bełchatów (Woiwodschaft Łódź) soll nach dem Ende der Rohstoffförderung ein riesiger See entstehen. Die Rekultivierungspläne sind ambitioniert – das Gewässer soll eine Fläche von etwa 4.000 Hektar einnehmen und eine Tiefe von bis zu 170 Metern erreichen.
Bełchatów, bekannt vor allem durch das große Braunkohletagebauwerk, sucht nach einer neuen Identität. Die Zukunft dieses Ortes könnte zwei Formen annehmen – einerseits Erholungsgebiete mit dem tiefsten Gewässer Polens, andererseits ein Kernkraftwerk.
Die „Bełchatowskie Mazury“ sollen in Zukunft Touristen und Segelenthusiasten anziehen. Bevor es jedoch dazu kommt, stellt sich neben der Vorbereitung des Geländes und der Ufer des Sees die Frage nach der Wasserversorgung eines so gigantischen Gewässers.
Wie das Bełchatów-Portal berichtet, wird nach der Formung und Sicherung der Böschungen mit der Befüllung des Tagebaus mit Wasser begonnen. Dies wird durch eine schrittweise Reduzierung der Entwässerung geschehen, sodass die Abgrabungen mit Grundwasser gefüllt werden. Gleichzeitig werden Oberflächengewässer in die Abgrabung geleitet.
Sollten die Pläne für den Bau eines Kernkraftwerks realisiert werden, werden größere Wassermengen benötigt – unter anderem zur Kühlung der Reaktoren. Jacek Kaczorowski, Präsident von PGE GiEK, versichert, dass das Wasser für beide Projekte ausreichen wird.
Im Kontext dieser ambitionierten Pläne drängt sich die Reflexion über das Fehlen ähnlicher, klarer Ideen für unsere Region auf. Im Internet können wir von unbestätigten Investitionen lesen, wie etwa einem Flughafen in Bogatynia, der einen großen Golfkomplex auf deutscher Seite bedienen sollte. In der im Juni veröffentlichten Strategie von PGE lesen wir über die Möglichkeiten der Standortwahl für SMR (eine Art kleiner Kernspaltungsreaktor) oder Gaskraftwerke in der aktuellen Elektrownia Turów, jedoch fehlen uns konkrete Informationen.
Es mangelt uns auch an Investitionen, die Arbeitsplätze für die Zeit „nach der Kohle“ schaffen. Beispielsweise baut Adaptive Motors Poland, ein Unternehmen, das von einem lokalen Unternehmer aus Zgorzelec initiiert wurde, aufgrund fehlender klarer Strategien und Unterstützung seine Fabrik nicht in Zgorzelec, sondern gerade in Bełchatów. Bedeutet das, dass wir schlechter sind? Verurteilt uns der Mangel an Visionen und Unterstützung für lokale Initiativen zur Stagnation?
Autor: MJ
